»Mein Fokus bleibt die Bühne«

Kabarettist Markus Kapp (44) spricht über seine jüngsten Erfolge – und verrät seine weiteren Pläne

 

Träger des SWR 3-Comedy-Förderpreises und Gewinner der Goldenen Weißwurst 2017: Für den Musikkabarettisten Markus Kapp (44) läuft es derzeit richtig rund. Drei Kabarettpreise gab es für den Offenburger mit Wohnsitz in Karlsruhe allein im Mai. Seit über 20 Jahren steht Kapp auf der Bühne, unter anderem hat er mit seinem verstorbenen Vater Heiner in den 1990er-Jahren das erfolgreiche Bibel-Musical Yios komponiert und produziert. Im OT-Interview spricht der Diplom-Theologe, Musiklehrer, Kabarettist, Komponist und Schauspieler über das Geheimnis seines Erfolgs. 
 

Herr Kapp, der vergangene Mai war ja ein richtiger Erfolgsmonat für Sie. Neben dem SWR-Comedy-Förderpreis unter 70 Kandidaten und der Goldenen Weißwurst 2017 gab es auch die Schnellertshammer Heugabel. Bedeutet dies, man wird Sie jetzt künftig öfter im Fernsehen sehen oder Radio hören?
Markus Kapp: Ja, ich werde künftig bei einem Teleshopping-Center Weißwürste und Heugabeln anpreisen! Nein, ernsthaft: Durch die Zusammenarbeit mit SWR 3 wird es schon die eine oder andere Gelegenheit geben, wo ich im Fernsehen zu sehen oder im Radio zu hören bin.

 

Urban Priol und Andreas Müller, zwei Kabarett-Urgesteine, saßen in der Jury beim SWR-Comedy-Förderpreis. Lob kam dabei von beiden, gerade deshalb, weil Sie mit Ihrem Programm weitergemacht haben, obwohl die Technik Sie im Stich ließ. Was ist da genau passiert?
Kapp: Das E-Piano, auf dem ich spielen sollte, war nicht richtig verkabelt, und als ich anfangen wollte zu spielen, kam eben kein Ton. Im ersten Moment war das natürlich ein Schock, aber auf der Bühne heißt es ja immer: »The Show must go on«, also hieß es einfach Ruhe bewahren und hoffen, dass das Problem gleich behoben wird. Zum Glück war Andreas Müller so geistesgegenwärtig, von seinem Jury-Platz aufzuspringen und er hat dann auch gleich gesehen, dass schlicht das Kabel in der falschen Buchse steckte.

 

Wie geht die Arbeit mit SWR 3 zukünftig weiter?
Kapp: Zum einen wird mich SWR 3 das nächste Jahr künstlerisch begleiten, vor allem durch Live-Auftritte bei SWR 3-Events, wie zum Beispiel beim Stadtfest in Ludwigshafen. Zum anderen darf ich zusammen mit der Comedy-Redaktion eine eigene Comedy-Serie entwickeln, die dann in SWR 3 zu hören sein wird.

 

Werden Sie jetzt mehr im Radio und im Fernsehen präsent sein statt auf der Bühne?
Kapp: Mein Fokus bleibt die Bühne, denn es geht nichts über ein Live-Publikum! Aber natürlich ist es toll, durch die Zusammenarbeit mit SWR 3 auch Radio- und Fernsehluft zu schnuppern.

Im März waren Sie mit Ihrem Programm »Tatort-Küche« zusammen mit Cynthia Popa in Durbach bei »Künstler hautnah« zu sehen. Im November sind Sie bei der Durbacher Nachlese dabei. Mit drei Programmen sind Sie derzeit unterwegs.

 

Wie kommt man auf ein Thema und wie lange brauchen Sie, bis ein Programm steht?
Kapp: Das ist sehr unterschiedlich. Wenn man im Duo an einem Programm schreibt, dann kann man sich im Entstehungsprozess die »kreativen Bälle« zuschmeißen, und dann kommt man manchmal in einen Flow, sodass quasi durch Improvisation ein Sketch entsteht. Wenn ich alleine schreibe, dann kann man nicht warten, bis einen die »Muse küsst«, sondern es ist mit viel Recherchearbeit verbunden. Auch beim Schreiben eines Songs ist es sehr unterschliedlich: Mal dauert es von der Idee bis zum fertigen Song eine Stunde, mal bastle und schraube ich wochenlang an einem Stück.

 

Woher stammen die Ideen für die Programme? 

Kapp: Wie heißt es so schön: Die besten Geschichten schreibt das Leben. Somit entstehen viele Ideen, wenn ich Inspiration von außen bekomme, wie zum Beispiel im Café oder im Zug. Das Leben ist voller Kuriositäten, man muss sie nur entdecken. Und mit diesem »Rohmaterial« muss man dann eben arbeiten, daran dramaturgisch feilen und versuchen, das alles pointiert zu formulieren. Einstein hat mal gesagt: »Kreativität ist zehn Prozent Inspiration und 90 Prozent Fleiß. Und so etwa erlebe ich das auch, wenn man Ideen für Programme sucht.

 

Sie arbeiten mit einem halben Deputat als Musik- und Religionslehrer in Ettlingen. Wie passt das zeitlich zusammen: Kabarett und Lehrerberuf?

Kapp: Das geht eigentlich ganz gut. Mit einem halben Deputat in der Schule ist das zeitlich machbar, zumal die meisten Auftritte ja am Wochenende sind. Natürlich gibt es auch stressige Wochen, gerade in der Abizeit, da ich oft auch Prüfungsvorsitzender beim mündlichen Abitur an einer anderen Schule bin. Aber wenn man sich immer auf die aktuelle Aufgabe konzentriert, dann lassen sich beide Berufe wunderbar miteinander vereinbaren.

 

Gibt es Gedanken, beruflich nur noch Kabarett zu machen? 
Kapp: Eigentlich bin ich ganz zufrieden, die Chance zu haben, sowohl in der Schule zu arbeiten als auch Kabarett zu machen. In beiden Bereichen mache ich tolle Erfahrungen, für die ich dankbar bin. Aber ohne dies zu forcieren, kann es natürlich sein, vielleicht einige Zeit als »Fulltime-Kabarettist« zu arbeiten. Das Leben bleibt spannend, somit lasse ich mich einfach überraschen, was passiert ...

 

TERMINE: »Vor der Sommerpause habe ich keinen abendfüllenden Auftritt mehr in Offenburg, aber im Herbst sind es schon einige in und um Offenburg«, kündigt Markus Kapp an. Die Termine findet man auf seiner Website unter www.markuskapp.de. Am 23. Juli tritt er außerdem bei der Wahlkampf-Auftaktveranstaltung des Grünen-Bundestagskandidaten Norbert Großklaus auf und spielt einen Auszug aus seinem Programm. »Uns verbindet seit vielen Jahren eine Freundschaft und da war es für mich klar, ihn da zu unterstützen«, erläutert Kapp.

 

 

Quelle: Offenburger Tageblatt, Autor: Volker Gegg

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